Manchmal schreibt das Leben ganz außergewöhnliche Kapitel. Oftmals verstehen wir sie gar nicht ... erkennen sie erst, wenn wir sie im Leben eines Anderen wiederfinden. Ein Kapitel - welches ich mal durchlebt hatte - konnte ich in den letzten Wochen durch Henry nochmal anschauen ... als Déjà-vu sozusagen. Tiere, die in unserem unmittelbaren Umfeld leben, sind brilliante Spiegel. Wenn wir verstehen sie zu lesen können wir sehr viel über uns und unseren Seelenhaushalt erfahren.
Meine Geschichte möchte ich heute teilen. Vielleicht dient sie als Inspiration, um genauer hinzuschauen ... bewusster zu werden, um das grosse Ganze besser zu verstehen:
Im Dezember wurde Henry sehr krank. Es gab Fehldiagnosen, Medikamente, die kontraindiziert arbeiteten und ihm fast das Leben gekostet hätten. Ich bin froh, eine sehr gute Intuition zu haben und diese auch mittlerweile anzuwenden. Wäre ich nicht nochmal zum Arzt gefahren und hätte mir die Bilder angeschaut ... er wäre tot. Die Ärztin war schrecklich selbstverliebt und eigentlich wollte sie lieber über ihr Leben philosophieren als Henry zu helfen.
Bei mir war es damals ähnlich. Als die jahrelangen Schmerzen im Kopf unerträglich wurden habe ich nach einem Ärztemarathon einen Termin beim Psychiater vereinbart. Dieser selbstherrliche Mensch schöpfte seine diagnostischen Mittel nicht aus ... schob mir nur eine Packung Psychopharmaka über den Tisch. Hätte ich diese Tabletten genommen ... ojeh! Ich war glücklich das ich aufgrund meiner Ausbildung "Heilpraktiker Psychotherapie" dem Spuk ein Ende machen konnte. Wohlwissend, dass er anamnestisch auf halber Strecke versagt hatte, wurde ich sehr laut & deutlich ... durfte endlich zum MRT.
Nun gut, ... ich drückte auch dieses Mal die Reset-Taste für die Ärztin und bei Henry wurde eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Als die Bilder das Ausmass seiner Krankheit zeigten wurde es im Untersuchungsraum sehr still ... genau wie bei mir: 2011!
Nachdem die Tierärztin ihre Sprache wiederfand sagte sie kaltherzig "... daß heute abend noch jemand zum Einschläfern rauskommen könne!". Wie bei mir damals hing sein Leben an einem seidenen Faden.
Mir hat es in diesem Moment der Wahrheit fast die Beine weggerissen und ich betete & hoffte, dass der Praxisinhaber bitte die Tür aufmacht; eine andere Lösung gefunden werden kann. Wir sind doch Kämpfer & lieben das Leben ! ... es kann doch jetzt nicht einfach vorbei sein dachte ich, während ich meine Tränen unterdrückte. Als die Tür dann tatsächlich geöffnet wurde und "mein" Arzt vor mir stand war ich überglücklich. Henry mag ihn sehr und ich vertraue ihm zu 100%.
Als er die Behandlung übernahm spürte ich meine Anspannung. Irgendwie ging dann alles sehr schnell & ich war so dankbar... Henry wirklich tapfer & stark. Es ging um Leben oder Tod. Die Tage danach mit all den vielen Medikamenten und den ständigen Nachuntersuchungen waren ein echter Horror ... und endlich weinte ich ... all die Tränen, die ich mir noch nie im ganzen Umfang zugestanden hatte. Ich weinte Tränen der Vergangenheit, weil ich dieses Kapitel auch (üb)erlebt hatte. Es war ein unglaublicher Gefühlscocktail aus glücklich, traurig, verzweifelt, wissend, müde und dennoch hellwach. Ein Trauma war gelöst und ein unbeschreiblich lebendiges Gefühl blieb.
Danke, Henry!
Nun ist es an der Zeit mir ein bisschen Ruhe zu gönnen; Ruhe, die ich mir in den letzten zwei Jahren kaum "genehmigt" habe. Ich werde einiges ändern ... denn ...
Der kleine Schamane & ich ... WIR LEBEN! ... und geniessen jeden einzelnen Tag, solange wir dürfen: ♥
Öffnet Euren Blick für die Wunder!
Alles Liebe,
Petra